Gute Vorbilder sind die größte Motivation
Berliner Bezirkspolitiker im Gespräch mit engagierten Jugendlichen
Dass es Spaß macht, sich für andere Menschen einzusetzen, steht für die 8-jährige Katharina außer Frage. Einmal im Monat geht sie ins „Demenz-Café“, spielt, singt und liest mit den alten Menschen dort. Ihr Engagement ist eines von vielen Beispielen, wie junge Menschen in ihrem Lebensumfeld Verantwortung übernehmen. Am 19. Oktober präsentierten 30 Jugendliche aus Berlin, Magdeburg und Mainz ihre gemeinnützigen Projekte und standen vielen interessierten Besuchern Rede und Antwort.
Die Aktion war Teil der Tour zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit, die vom 14. bis 21. Oktober in Berlin gastierte und auf die Vielfalt des freiwilligen Engagements in Deutschland aufmerksam machen sollte.
Vier Kommunalpolitiker und -politikerinnen aus Berlin zeigten sich beeindruckt und wollten es genauer wissen: Wie findet man als junger Mensch Zugang zum Engagement? Was bewegt Kinder und Jugendliche aktiv zu werden? Welche Bedingungen in der Schule und Gemeinde motivieren? Und vor allem: was kann die Politik auf kommunaler Ebene tun, um Jugendliche stärker in für sie relevante Entscheidungsprozesse einzubinden?
Nach der Devise „Politiker fragen – Jugendliche antworten“ hatten Stefan Komoß, Bezirksrat für Schule Sport und Finanzen in Marzahn-Hellersdorf, Anke Otto, Bezirksrätin für Jugend, Schule und Umwelt in Steglitz-Zehlendorf, Oliver Rolle, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses in Steglitz-Zehlendorf und Dr. Manuela Schmidt, Bezirksrätin für Jugend und Familie in Marzahn-Hellersdorf, im Rahmen eines Podiumsgesprächs Gelegenheit, die freiwillig engagierten Jugendlichen direkt zu fragen – ein ungewöhnlicher Schlagabtausch, wird doch meist über Jugendliche gesprochen und weniger mit ihnen.
Vorbilder sind es, die motivieren, so der Tenor – nicht nur unter Gleichaltrigen, sondern auch bei den Erwachsenen. Wer positive Erfahrungen macht und anerkannt wird, der macht weiter und hat die notwendige Überzeugungskraft, auch andere zu begeistern. So berichtete es Kevin Lüdemann vom „Jahr der Jugend“ aus Magdeburg, der mit einer breit angelegten Kampagne und viel Initiative mittlerweile andere motiviert, mit Rat und Tat zur Seite steht und auch dabei hilft, Sponsoren für ein Projekt zu gewinnen.
Besondere Unterstützung brauchen Jugendliche, wenn sie in der Kommune mitbestimmen wollen. Die bloße Möglichkeit, im Stadtrat oder Jugendhilfeausschuss die Stimme erheben zu können reicht nicht aus. Hier müsse entsprechendes Know-How über ihre Rechte, politische Verfahren und Ansprechpartner vermittelt werden, so die Jugendlichen.
Die an der Veranstaltung beteiligten Jugendlichen werden im Rahmen des Projekts „jungbewegt – Dein Einsatz zählt“ gefördert, das – in Zusammenarbeit mit ausgewählten Bundesländern und Kommunen – Strategien zur Förderung von gesellschaftlichem Engagement von Kindern und Jugendlichen entwickelt und modellhaft erprobt.
Eine Bildergalerie zu der Veranstaltung finden Sie hier.

